
Mittwoch, den 15. Juli 1925
Gestern war ich mit Bine, Tante Ilse und Waldi in Barderode . Eigentlich war es eine verfehlte Sache, wurde dann aber doch noch ganz nett. auf dem Rückweg fuhr Bine dann gleich zum Bahnhof, um ihre Mutter abzuholen, während Tante Ilse und ich
mit Waldi an der Leine per pede nach Hause gingen. Und zwar übers Gut.
Kaum waren wir über die Brücke, als ein großer Köter ankam. ich bückte mich und nahm Waldi hoch.
„Ach da ist ja Herr Schmidt“, sagte Tante Ilse und schon kommt er auf uns zu, küsst der Baronin die Hand. Ich lasse Waldi wieder herunter und reiche dem Herrn Gutspächter die Hand.
Tante Ilse fragt und er erzählt, dass heute Abend seine Mutter käme, dass Frau Braun bei Pastors logierte etc. Erstmal acht Tage weiter, dann wäre es etwas menschlich bei ihm. Und ich dachte mir, dann bin ich weg… Vier Wochen und dann, ja dann…
Am Morgen hatte ich auf dem Wege am Steinberg ein Vierklee gefunden. Ob es mir Glück bringt?
Und dann verabschiedeten wir uns. Auf der Straße sagt die Tante Ilse: „Nun ist Herr Schmidt aber glücklich, dass er Sie gesehen hat.“
„Das glaube ich gar nicht.“
„Doch am Sonntag hat er es so bedauert, dass Sabine und Sie nicht da waren. Er hätte so gern einen Spaziergang mit Ihnen gemacht.“
Abends habe ich an Idel einen liebevollen Brief geschrieben, womit ich so froh war. Das Fenster stand offen, aus der Jugendzeit, klang es zu mir herüber. Ich
hatte mein Nachthemd an und die Katze spielte mit meinen offenen Haaren. Ab und zu
versuchte sie hochzuklettern und mir eine Backpfeife zu geben. Dabei zieht sie aber ihre Krallen ein. Sonst…
Jetzt will ich auf den Lechtmer Berg am Kirchhof vorbei… In diesen Tagen haben sie Gerste eingefahren und gedroschen.


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