
Mittwoch, den 30. September 1925
Ich habe bereits heute mein Geld bekommen und die Nachricht, dass Hilde Ballerstadt mich besuchen kann.
Nach der Schule fuhr ich mit der Baronin hinunter aufs Gut.
„Juhu!“, rief Lotte aus dem Fenster und winkte uns zu. Die Sonne lachte, der rote Wein am Haus leuchtete, und Herr Edam rief aus einem anderen Fenster fröhlich: „Guten Morgen!“
So zogen wir drei los, Arm in Arm. Lotte bestellte mir Grüße von ihren Liebsten.
Wir gingen hinauf zum Steinberg bei der Mühle.
„Da ist ja mein Vater und mein Bruder!“, rief Lotte.
Schon heute Morgen war er zu ihr gekommen und hatte gefragt, warum sie gestern so spät zu Bett gegangen war. Als sie sagte, ich wäre dagewesen, meinte er, das hätte er ja gar nicht gewusst.
„Was habt ihr euch denn erzählt?“
„Haben Sie denn gar nicht Edams Lachen gehört? Der saß doch anfangs noch bei uns und machte Blödsinn?“
Als wir dann gestern allein waren, legten wir schnell die Stricknadeln beiseite, und Lotte zeigte mir Bilder von „ihm“. Sie erzählte mir von ihrer heimlichen Verlobung und vielem mehr Vertrauen gegen Vertrauen.
Zu beiden Seiten lagen die grünen Schwülmewiesen. Bine erzählte von ihrem Hufeisen, an dem ich einfach vorbeigegangen bin: „So gehst du nun an deinem Glück vorbei! Findest du denn auch keinen Vierklee?“
Einen Moment stockte ich. Sollte sie von dem Brief wissen? Sicher! „Doch, die finde ich“, antwortete ich.
Arm in Arm gingen wir weiter den Berg hinauf, eine herrliche Rodelbahn für den Winter. Dann kam die Frage auf: „Können sich Katzen retten, wenn man sie ins Wasser wirft?“
Das Experiment sollte folgen…


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