
Montag, den 25. Januar 1926
Feuer ist unten gewesen. Eine Stunde später und das ganze Haus hätte gebrannt. Und zwar im Musikzimmer. Er schläft gerade darüber, und dabei haben wir doch gar nicht so eingeheizt gehabt. Der alte Schmidt meinte, das käme von meinem heißen Blut, ich hätte da an der Wand gesessen. Frau Schmidt und ich standen im Zimmer und besahen uns das Lecken der Wand, da sein Tritt, seine Stimme: „Ach, Wichtel.“ Und dann kam Lotte. Diese Beschauung!
Brandwände. Kein Strom. Es sei eine Petroleumlampe gewesen. Und dann machte Kurt die blödsinnigsten Witze, malte aus, wenn er da mit seinem Bett auf den Ohren gefallen wäre, dann hätte er aber laufen wollen.
Wir haben wieder nichts getan als gelacht. Und als dann noch der von gestern Abend enttäuschte Edam ankam, da war es mit jeder ernsthaften Unterhaltung ganz vorbei.
Edam hätte wieder nur halbe Sache gemacht, dann könne er also nächstes Mal nicht wieder mitspielen, müsse Teuteberg mit. Darauf Edam: „Am besten ist, der Chef geht selbst mit!“
Was haben wir gelacht.
Auf meinem Schoß Jockel, links Kurt, rechts Lotte, gegenüber die Eltern und Edam. Eine Wolke von Rauch streicht mein Gesicht. Ich gestehe es ihm und lehne mich zurück. Er liest es und lacht diebisch. Dann wird ausgedacht, was Edam dem Baron sagen würde, wenn er bei seinem Besuch bei mir abgeheftet würde. Der Baron würde ihn ins Verlies sperren – man hätte mich ja so sicher da verbaut und versorgt. Aber die Liebe kenne keine Schwierigkeiten.
Ob Kurt mit Absicht, als er mich einmal duzte: „Also, Wichtel, was würdest du tun, wenn du unser Haus in Flammen stehen sähest?“
„Allen Bescheid sagen und hinunterstürzen.“
„Und sehen, ob er noch lebt?“
„Natürlich.“
O, wenn er wüsste, wie ich ihn liebte!
Achtzehn Jahre bleibe sie noch hier, und nächstes Jahr ein Schloss nach nirgendwo, angeblich auf dem Einenberg – dann könnte dies alles enden.
Achtzehn Jahre.
Wo bin ich denn?


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