Wange an Wange

1–2 Minuten

Sonntag, 7. März 1926, morgens

Als ich gestern früh erwachte, hatte ich den herrlichsten Traum: Ich saß auf seinen Knien, und seine liebe Gestalt umfing mich ganz. Sanft und doch fest presste er mich an sich. Ich fühlte mein Blut durch den ganzen Körper strömen. Zitternd war meine Wange an die seine gedrückt.

So beschützt, herrlich beschützt. Nichts konnte mir geschehen, niemand konnte mir weh tun. Er hielt mich.

So jung war ich. So voll Leben. So voll Glück und Seligkeit.

Den ganzen Tag Schnee, Regen und Sturm. Abends doch ein Sternenhimmel.

Bine und ich sausten im Hause herum und schauten aus den Fenstern. Am Großen Bären war etwas zu sehen, und noch anderes mehr. Nur den Kleinen Bären habe ich nicht entdeckt. Fräulein Sprenger konnte ihn mir auch nicht zeigen.

Stattdessen brachte sie mir eine Vakanz Zeitung mit. Ich solle mich bewerben, damit ich vorankomme. Sie will mich hier nicht gern fort wissen, und doch möchte sie mir helfen. Lotte will mir ebenfalls aufhelfen. Die eine zieht mich nach dieser, die andere nach jener Seite.

Was soll ich nur anfangen?

Ein Brief von Mäusel. Schwiegereltern, Taufe, Thea und so weiter. Freitag vor Pfingsten ist ihre Hochzeit.

Und wie ist es mit mir? Was fange ich an? Soll ich mich an einer Schule bewerben? Wenn Idel, Bine und die anderen nicht wären, täte ich es wohl. Aber was wird aus mir? Und aus dir?

Heute Nachmittag muss ich hinunter. Ob Irene und Lisa Stolz da sind? Wenn mein Schlüssel und meine Gitarre nicht unten wären, brauchte ich nicht zu gehen. Aber der arme Edam dächte wohl an mich. Und doch ist es schön, zu wissen, dass einer da ist, der mich gern hat. Außer Lotte.

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