
Donnerstag, den 11. März 1926
Es ist Viertel nach 9. Bine hat ihren Willen bekommen: ich bin nicht unten. Edam hat mich vergebens „hypnotisiert“. Der Chef schmust sicher mit Cousinchen Irene herum, und Lotte denkt an ihren Kurt.
Ich muss doch einmal ohne sie fertig werden können, auch wenn mich mein ganzes Herz dorthin zieht.
Gestern war ich ja ebenfalls hier. Der Baron hatte mich um 5.10 Uhr zum Schachspiel erwartet. Nun saßen wir zu viert unten und spielten und ich Unglückswurm verlor alles. Auch die „reiche Heirat“ blieb aus.
Die Baronin gewann dauernd. Schon mittags hatte ich meine Niederlage geahnt und deshalb vorgeschlagen, dass der Letzte auch noch einen Preis bekommen sollte.
Um sechs ging er weg. Aber Bine ließ mich nicht fort. Ich musste erst noch Theater spielen. Die Baronin meinte dazu: „Sie hätten nicht Lehrerin, sondern Schauspielerin werden müssen.“
Abends war Fräulein Sprenger da: italienischer Unterricht.
Heute möchte ich einmal schön träumen.
Und Idel hat Geld bekommen. Also hat die Not ein Ende!


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