

Dienstag, den 16. März 1926
Das Paket an Idel ist fort. Morgen muss ich an Rudchen schreiben.
Hilde Ballerstadt begleitet mich wegen meiner Wertpapiere nach Göttingen. Fahre ich mit der Bahn oder mit dem Auto?
Spaziergang mit Lotte. Irenchen liegt zu Bett, hat Geschwüre. Bruder Kurt schneidet sie auf. Die Dortmunder können vielleicht nicht kommen, aber Herr Reisel aus Düsseldorf – vierzig Jahre alt – will kommen.
Wie die Sonne lachte!
Als ich den Berg hinunterlief, stand Herr Edam auf der Mauer, im Sommerhabit. Lachend begrüßte er mich. Er meinte, er hätte heute Morgen so stolz dort gestanden und ich hätte ihn gar nicht gesehen.
Sonst habe ich niemanden getroffen.
Später Kaffee bei Fräulein Sprenger. Zwei Kolleginnen waren da, beide ohne Mütter, und Fräulein Weihrauch. Sehr nette Menschen.
Fräulein Müller scheint ein sehr harmonischer, ausgeglichener Mensch zu sein. Dunkles, leicht gewelltes Haar. Fräulein Weihrauch dagegen mit rotem Haar und zartem Teint.
Beide denken scharf und tief.
Wir sprachen über Probleme: Politik, Katholizismus, das Wesen der Ehrlichkeit und die Frage, wie jeder Mensch beurteilt werden sollte.
Mit Fräulein Müller möchte ich über manches noch weiter sprechen.
In der Vakanz Zeitung wieder eine Stelle. Diesmal muss ich wohl schreiben …


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