Steinerne Ruhe

1–2 Minuten
Seite 118 Teil 2

Sonntagmittag, den 21. März 1926

Wir kommen ins Esszimmer, da sagt Taulin: „Fräulein Oltrogge, das Telefon. Fräulein Schmidt wartet.“

Und nun soll ich um drei Uhr unten sein. Wir wollen in den Wald fahren.

Eine seltsame, steinerne Ruhe ist über mich gekommen. Dabei ist der Himmel blau, die Sonne lacht, die Drossel singt.

Das Kind bittet: „Zum Abendbrot bist du doch wieder da?“

Was ziehe ich an?

Und dann noch anziehen, ordnen. Ich weiß gar nicht, was alles.

Liesel schreibt mir: Sie glaube nicht, dass ich ins Ausland gehe. Ich würde hier schon eine Wirkungsstätte finden, die mich ganz ausfüllt.
Ob sie recht hat?

Fräulein Sprenger schickt mir wieder eine Anzeige einer Mittelschule, auf die ich mich bewerben soll.

Ach, ich freue mich auf die Waldfahrt. Ach, auf alles!

Könnte ich nur mit all dem Jauchzen mein Herz zur Ruhe bringen.

Wo soll das nur werden?

KI generiert

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