Das Rad des Schicksals

1–2 Minuten

Mittwoch, den 11. November 1925

Die beiden Ostfalen stehen rechts und links auf meinem Schreibtisch. Ach nein! Hermannsbruder, warum antwortest du mir nicht auf meinen Brief?

Im Ofen prasselt das Feuer, draußen ist klarer, kalter Sternenhimmel.

Erst war ich traurig. Wir waren unten. Er war zur Jagd ausgeritten und kam und kam nicht. Obwohl Marga noch einmal anrief. Ich lachte, niemand soll etwas merken. und doch ahnen es wohl alle.

Der Baron kam gerade von einer Jagd zurück. Da fragte er mich, was die Landwirtschaft mache. Er tat erstaunt, dass ich nicht von Herr Schmidt von der Jagd weiß. Wie ist das denn möglich, dass ich da nicht eingeladen wurde. Dauernd diese Sticheleien. Zum jungen Pastor Holscher hat er gesagt, Bine und ich hätten gar keine Zeit, nach Barterode zu kommen. Wir wären viel zu sehr verliebt in Hannover und Fräulein Schmidt.

„Das hast du hoffentlich nicht gesagt!“

„Natürlich.“

„Nun schau, in was für einen Ruf du mich bringst!“, sagte die Baronin.

Ich denke: Das Rad des Schicksals.

Man kann nichts dagegen tun, als schweigen und tragen. Oder auswandern.

Warum hat Lotte mich nicht mal für heute Abend eingeladen?

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