Den Kram loswerden

1–2 Minuten

Freitag, den 9. April 1926

Es regnet und in mein Herz wagt sich die Sonne nicht. Augenblicklich ist alles tot und traurig. An ihn will ich nicht denken, ehe ich nicht ganz gesund bin.

Heute war ich beim Spezialarzt. Er sagte dasselbe wie Schröder. Wenn ich diesen Kram doch endlich los wäre.

Hermann war gut zu mir, lief mit mir überall hin. Ein Brief von der Baronin hat mich geärgert. Fräulein Sprenger ist wieder in Adelebsen. Ihre Sache mit Hildesheim ist gescheitert. So ist das Leben.

Sonst habe ich von niemandem Nachricht. Morgen schreibe ich an Lotte.

Vielleicht wird nun all meine Lebensfreude zerstört. Ob ich die silberne Hochzeit mitmache, weiß ich noch nicht. Alles liegt so schwer vor mir.

Am zweiten Ostertag, mittags, war Rudolf hier, nachmittags Liesel und Annemarie. Wir haben gelacht und gealbert. Am dritten Ostertag kam Mäusel und bat mich zu sich. Sie vertraute mir an, dass Rudolf sich vielleicht bald verloben wird. Es klang mir wie aus weiter Ferne.

Am Mittwoch bin ich mit Hermann mit dem Rad zu Annemarie gefahren, dann ein Spaziergang durch die Eilenriede. Da haben wir wieder etwas Gemeinsames gefunden.

Abends waren Hellmut und Rudolf da. Hochzeitszeitung. Rudolf, dick und rund, weiß, was er will: „Mens sana in corpore sano.“ (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper)

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