Leid bindet mehr als Glück

1–2 Minuten
Seite 157 Teil 1

Sonntag, den 12. September 1926. Adelebsen

Zum letzten Mal das Kind und ich unseren Lieblingsweg gegangen: durch die Gärten, am Friedhof vorbei, wo seine Großmutter nun schon ein halbes Jahr schläft. Die Heide verblüht, die Berge in der Ferne im Nebel. Über den Lechtmerberg, von wo man die Welt sah und fühlte, die hinter den Bergen erst beginnt. Nach Norden den Tannenweg hinunter, rechts in den Buchenweg, wo tief unten das Waldbächlein murmelt.

Dies ist ein Märchenweg, hellgrün und braun. Und wie in weißen Kleidern gehen wir, sinnend, suchend.

Gestern Abend waren beide bei mir: meine Lotte-Freundin und meine Käthe-Schwester.

„Leid bindet mehr als Glück.“

Menschen, die nie wahrhaft gelitten haben, sind mir innerlich nicht nah.

Heute Nachmittag: Bine und ich beim Abschiedskaffee!

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