Autor: Helene Oltrogge
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Die Unsterblichkeit der Maikäfer
Montag, den 29. Juni 1925 Am Himmel der leuchtende Halbmond. Eigentlich wollte ich allein einen Abendgang machen, aber nun ist so viel Besuch da und ich habe keinen Hausschlüssel. Nun liegt eine süße, kleine Katze in meinem Schoß – solch ein hilfloses kleines Wesen mit großen blauen Augen und rosa Pfötchen. Es ist ein wunderbar…
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Bine will ihn heiraten
Sonntag, den 28. Juni 1925 Solch vergnügten Nachmittag habe ich lange nicht gehabt. Heute Morgen haben Bine und ich Heidelbeeren gepflückt. Die Baronin und die Gräfin waren zur Kirche gegangen. Als wir wiederkamen, kam aus dem Garten Herr Schmidt herunter. Dann, nach Tisch, war ich unten im Lustfeld und dachte über Hilde Ballerstadts Karte nach.…
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Ein Sonnabend ohne Ziel
Sonnabend, den 27. Juni 1925 Und ich bin gar nicht froh, obgleich die Sonne scheint, denn aus der Fahrt nach Göttingen wird scheinbar nichts. Entweder gehe ich nachher zu Pastors oder mache allein einen weiten Spaziergang. Der junge Pastor Hölscher schreibt mir, dass ihr Haus derartig unwirklich sei, dass es nicht ginge. Außerdem seien die…
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Ein Abend mit Herr Schmidt
Freitag, den 26. Juni 1925 – Adelebsen Gestern Abend unternahmen Fräulein Sprenger und ich einen weiten Spaziergang. Über den dunklen, bewaldeten Bergen stand die schmale Mondsichel. Jedes Mal, wenn wir in eine Talstraße einbogen, fasste uns ein kalter Nachtwind. Die hohen Ähren wiegten sich leise hin und her, und irgendwo war ein merkwürdiges Zirpen zu…
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Die Einsamkeit der Anderen
Mittwoch, den 24. Juni 1925 Nach all den Regentagen heute endlich Sonnenschein. Nach der Schule ging ich mit Sabinchen spazieren – herrlich warm war es. An den Wegen blühten noch immer die Heckenrosen. Ich pflückte mir nur zwei. Wenn sie beim Pflücken die Köpfe hängen ließen, dann ließ ich sie lieber am Strauch. Gerade wollten…
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Einsam mit Nietzsche
Sonnabend, der 20. Juni 1925 „Nietzsches Briefe.“ Das also ist Nietzsche. Ich muss sagen, dass ich früher eine unbeschreibliche Angst vor ihm hatte – wie vor einem Dämon, der einen unausweichlich zu sich zieht und einem nur übermenschlich erscheint. Und doch: wie anders erscheint er mir nun in seinen Briefen! Wie kann ich ihn verstehen…
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Ein Herz, das still werden will
Sonntag, den 14. Juni 1925 Alle im Hause sind äußerst liebenswürdig zu mir. Die Sache von gestern ist mit keinem Wort erwähnt worden . Entweder soll sie nun totgeschwiegen werden, oder aber sie haben mich wirklich gern. Heute kommt wieder Besuch. Sabinchen sollte ich vorhin in Berggarten sagen, dass ich sie von all meinen Kindern…
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Rückkehr und Rückzug
Sonnabend, den 13. Juni 1925 Ich studiere die Geschichte derer von Adelebsen, während der jüngste Spross nebenan im Bettchen ruht und der letzte Herr von Adelebsen per Auto nach Göttingen fährt. Nun bin ich also wieder hier. In den Pfingstferien habe ich alle wieder besucht. Alle Freundinnen – angefangen bei Marie Reichert, die mich abholte…


