Wie früher…

1–2 Minuten

Samstagmorgen, den 29. Mai 1926

Gestern Abend unten gewesen. Um 5:10 kam der Baron zurück, bei Tisch war er schlecht gelaunt. Herr Quast, „meine letzte Hoffnung“ und dergleichen.

Käthe und ich liefen lachend über den Hof, da ein Pfeifen. Er. Auf den ich den ganzen Tag geschimpft hatte. Aber ich lasse mir doch nichts pfeifen. Also schnell mit Käthe ins Haus.

Herr Schmidt begrüßte uns. Ich saß wieder in dem tiefen Sessel, erzählte von Lotte. Noch immer krank, die Arme.

Dann Schritte. Er kam herein, mit dem Pastor, stellte sich in die Tür und breitete die Arme aus. Ich sah ihn nur an. Hätten wir allein gestanden, wäre ich wohl zu ihm gegangen. So aber blieb ich sitzen. Und doch lag meine Hand wieder in seiner. Es war alles wie früher.

Käthe lachte, neckte mich wegen meines Strickkleides. Dann wurde aufgeführt.

Edam bekam erst einmal eine kleine Abreibung, weil er mir nicht geschrieben hatte.
Von Kurts Brief sagte ich nichts. Danken muss ich ihm noch.

Likör. Musikzimmer. Becker spielte Studentenlieder. Ich sagte nichts, träumte nur von meiner eigenen „Studentenzeit“.

„Wichtelchen, was soll ich tun, um mir Ihre Gunst wiederzuerwerben? Sagen Sie’s mir ins Ohr.“

Aber ich wusste selbst nicht, was ich sagen sollte. Ich sah ihn nur an.

Ich stimmte meine Laute, Edam setzte sich zu mir, redete von Rosen und „wilden Krallen“ und ließ mich seine Armmuskeln fühlen. Da klopfte es.
„Darf man eintreten?“ Kurt stand in der Tür.

Nun dachte er gewiss wieder, Edam und ich… Sieht er denn nicht, dass ich ihn gar nicht will? Käthe meint, er glaube es. Auch Lotte habe es gedacht.

Frau Schmidt war sehr freundlich zu uns. Kurt setzte sich zu Käthe aufs Sofa und schmuste mit ihr, während Edam fast einschlief.

Im Regen gingen wir heim. Käthe und Edam lachend voraus, wir beide mit einem grünen Schirm hinterher. Zum Totlachen.

Und doch. Wir werden aus diesen Männern nicht klug. Was will er nur?

KI generiert

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