

Donnerstag, den 3. Juni 1926
Nach der Turnstunde ging ich in den Berggarten, zog Radieschen. Bine kam mit zwei Briefen: Einladungen zum Burgfest.
Dann Apotheke, zu Schmidts den Steig hinunter im Sonnenschein, mit fliegendem Haar.
Kurt war da. Er wollte sofort nach Hannover. Fragte noch dies und das, hastig, zerstreut.
Ich saß auf der Sessellehne, rief ihm noch nach, Käthe solle die Abzüge machen lassen ohne Mittagsschlaf sei sonst ihr Auto fort.
Seine Mutter fragte: „Wann kommst du wieder?“
„Heute Abend!“
Ich war gar nicht traurig.
Mit Bine lief ich durchs Sonnenfeld, wir warfen uns in den Klee, suchten vierblättrige, lachten, schubsten uns, lagen im Gras wie Kinder.
Und nun sitzt er vielleicht in Hannover, bei meinen beiden Schwestern, amüsiert sich mit ihnen. Und ich bin hier.
Aber er wird wiederkommen.
Und dann muss er mir alles erzählen.


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