
Mittwoch, den 16. Juni 1926
Raudi und ich im Lustfeld. Herrliches Wetter! Bine ist immer noch oben, hustet. Heute Abend geht es in den Zirkus. Die Baronin ist in Hannover.
Von unten, vom Hof her, ein Winken. Man hat meine Jacke gefunden. Der Baron und Kurt sind denselben Weg noch einmal gefahren. Und nun ist Kurt empört über die Art, wie man mich behandelt hat.
„Warum hast du nicht gleich deinen Koffer gepackt und bist heruntergekommen?“
Es würde ihm Spaß machen, eine Vertriebene aufzunehmen. Aber das Tötende für mich kam hinterher: Für vierzehn Tage oder vier Wochen könnte ich doch gut nach unten kommen. Und dann müsste ich ja doch wieder hinaus in die weite Welt. Warum sollte ich dann erst unten sehen und fühlen, was Glück hieße?
Als ich sagte, dass ich heute mit dem Baron, Bine und den anderen in den Zirkus müsse, wollte er sehen, ob er nicht auch noch hingehen könnte.
Von seiner Ruhe wünschte er mir etwas. Ich sollte denen hier oben die Meinung sagen. Aber das kann er wohl. Ich nicht.
Und sein Mitleid mit einer Vertriebenen will ich nicht.
Soll man so bescheiden werden, wenn sich doch mein Stolz so dagegen empört?


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