Nur nicht denken

2–3 Minuten
Seite 138 Teil 2

Sonntag, den 20. Juni 1926

Bine und ich sind allein. Alle anderen sind nach Reinhausen gefahren, zum Landesbischof. Ich bin zwar unten eingeladen, muss aber hierbleiben. Wenigstens habe ich alle schon gesehen.

Sie haben bereits Heu gewendet. Kurt sah ich über den Hof gehen. Gestern spielte ich mit dem kleinen Werner auf dem Rasen, und Anna sollte immer mit den Ball holen.

Als ich bald wegmusste, kam das Auto, und mit beiden Armen voller Sachen ging der alte Kurt über den Hof. „Tag, Dicker!“, rief er. Als er im Hause war, ging ich hinüber. Die Mutter hatte mir vorher noch Schokolade zugesteckt. Sie muss doch ein gutes Herz haben. Lare rief mir nach: „Also morgen, du hast es versprochen!“

Jetzt wird sicher Klavier gespielt und immer etwas anderes gemacht… Nur nicht denken!

Freitagabend war ich unten.

„Mein Freundlein“, sagte er. Und dann habe ich erzählt. Alles, was ich wusste. Wir haben gelacht, und es herrschte gute Stimmung.

„Wie das hier gleich hoch hergeht!“, sagte Lare. „Weil die Wichtel da ist.“

Und Kurt will dauernd mit mir reden, und ich kann doch nicht mehr als erzählen.

Dann wird der alte Herr von der Jagd abgeholt. Als er ins Auto ging, habe ich noch Schläge gekriegt, weil ich mir erlaubte zu lachen.

Legau fuhr hinten mit Lare und mir. Der ist zu witzig. Kurt saß vorn allein, aber dann stieg sein Vater zu ihm. „Der Bock lebt noch“, hieß es.

Im Flur legt er den Arm um mich, zieht mich fest an sich und fragt: „Und was hat Käthe sonst noch geschrieben?“ Ich fühle Legaus Blicke und versuche, mich zu befreien.

„Lass ihn doch, das ist ja nur Neid.“

Ach, was musste ich an diesem Abend wieder über mich ergehen lassen. Wie denn der Mann aussehen müsse, den ich heiraten möchte. So gern will er mich mit diesem Chemiker aus Uslar zusammenbringen, und dann würde er sich an unserem Glück freuen. Als Dank wolle er sogar bei der Hochzeit mitmachen.

Interessant müsste der Mann sein, den ich einmal nehme. Nun, wir beide hätten uns doch auch nur zusammen gelangweilt und ihn wollte ich doch nicht.

Als ich um halb elf nach Hause wollte, hielt er meinen linken Arm mit beiden Händen fest. Ich versuchte, mich mit der anderen Hand zu befreien, aber jede Anstrengung war nutzlos.

„Es geht nicht?“

Da lachten alle.

Als Legau mich heimbrachte und mich mit seinem gesunden Arm stützte, gingen wir den Stieg entlang. Unter uns lag die weite Welt. Seine Hand umschloss die meine, und an der Tür gab er mir einen langen Kuss auf die Hand.

KI generiert

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