Eine kleine Hochzeitsreise

3–5 Minuten
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Dienstag, den 20. Juli 1926

Heute regnet es in Schauern. Er hat seine Gerste noch nicht ganz rein. Aber damit er nicht traurig sein soll, muss ich heute Abend hinunter. Legau hat mir hoffentlich die Spitze mitgebracht. Gestern wurde schwer eingefahren. Bine in Göttingen. Lotte und ich bei Pastors, dann zu Hause geklönt. Kurt arbeitete.

Morgens, als ich mit Bine und Bubi über den Hof ging, stand er bei der Ablademaschine. Sein Händedruck und sein Blick sagten mir, dass er den Sonntag nicht vergessen hatte.

Ich sah Sonntag um 2 Uhr aus dem Fenster, da fährt unten das Auto vor. Er pfeift, Lotte ruft: „An die Weser!“

Also ich Mantel, Hut und hinunter. Barons steigen auch gerade in ihr Auto. Unten am Berge springe ich hinein, zwischen Lotte und Fräulein Sauermann. Edam vor uns. Hinter der Scheibe Kurt und seine Mutter.

Ach, war die Welt sonnig!

„Kurt wollte gern, dass du mit sollst“, sagt Lotte.

Und dann habe ich gesungen, wie auch der Himmel blaute, und die Mädchen und Burschen in den Dörfern winkten. Und dann die Weser uns zur Seite. Herrliche Fahrt! Und vorn sah ich seinen großen Kopf und wie er seiner Mutter alles zeigte.

Bad Karlshafen. Kurhaus. Oben setzten wir uns hin. Er saß neben mir. Immer fühle ich seinen Blick. Er beschrieb mir das Hotel von innen, was mich gar nicht interessierte, und sang dann mit einem Mal wieder dieses Lied: „Eine kleine Hochzeitsreise machte ich gern mit dir.“

„Das glaub ich“, sagte ich gewaltsam scherzend. Diesen Blick ertrage ich nicht.

Lotte und ihre Mutter machten toternste Gesichter. Ich erzählte von Barons, damit wir auf ein anderes Thema kommen. Und wie er mich direkt nach den Rüben fragt, muss ich es ja sagen.

Baden. Ich in Kurts Anzug, aber schwimmen, ich mochte nicht. Dann leiht er sich auch einen und kommt zu uns. Aber er wagt es nicht, mich zu berühren. Edam will mir mit Gewalt das Schwimmen beibringen, aber ich habe Angst. Anziehen und heim.

Ich liege in Lottes Arm, mehr weil es so eng ist. Edam sieht mich immer so komisch an, streicht mir das Haar aus der Stirn und erzählt mir, dass sie sich das Hotel noch mal von innen genau angesehen hätten.

Und über mir hängt es wie mein Schicksal: Man hat beschlossen, mich gefangen zu nehmen. Ich kann niemand ansehen, am wenigsten ihn da vorn. Ich fühle, dass ich gegen seinen Willen nicht ankommen kann. Aber wenn ich mich ihm entziehe? Er wird traurig sein! Und das darf er doch nicht.

Aber ich fühlte, dass ich nicht mehr lachen kann. Wie gut, dass er so schnell fährt, dass man nicht reden kann. Ich sehe die Weser, die Berge, die reifen Kornfelder und ich zittere. Aber Lotte ist ja bei mir, sie hält mich. Oh Gott, warum tut mir nun alles so angstvoll weh?

Adelebsen! Kaum steht das Auto, da dreht der Kurt sich auch schon um und sucht mich mit den Augen. Jetzt nicht, jetzt kann ich ihn nicht ansehen. Schon halb 7, Lotte will mich nicht gehen lassen. Dazu kommt er auch noch: „Wohin?“

„Ja, es muss geschieden sein“, lachend sehe ich ihn an. Und dann fasst er meine Arme oben und zieht das böse Mädchen fest an sich, mein Rücken an seine Brust, sein Mund an meinem Ohr. Bittend: „Und heute Abend?“

„Ich komme, wenn ich kann.“ Endlich lässt er es gut sein.

Nach 9 kam ich erst hinunter. Edam und Legau schlossen gerade ab und gingen schlafen. Lotte, Kurt und ich allein. Radio. Und dann legt er seine Arme auf meinen Sessel und sieht mich an und sagt nichts. Und das soll nun ein Mensch ertragen können! Und wenn ich wegsehe, er sucht meine Augen. Und so dicht sein Gesicht vor meinem, dass ich rot werde. Dann geht er weg, aber nur um wiederzukommen. Er legt sich über meinen Sessel, ganz dicht zu mir, den Arm legt er um mich, seine Brust an meiner. Nun kann ich nicht mehr den Kopf zur Seite drehen, und doch muss es so sein, ich darf ihm nicht wehren. Wenn er meinen Arm umfasst und weil er doch wohl fühlt, dass ich noch immer Angst habe, streicht er zweimal ganz sanft und zart mit seiner großen Hand über mein Haar. Und auf der Chaiselongue, da muss ich mich zu ihnen setzen, und er legt seinen Kopf an meinen Arm, lange, lange und ich wage nicht, mich zu rühren.

Aber dann muss ich heim. Wie er mir „Gute Nacht“ wünscht und welche Namen er mir gibt! Lotte geht noch mit mir zum Kasten.

„Das geht doch nicht anders, zu Kurts Geburtstag musst du doch da sein.“

Und Käthe soll kommen. Er zu Lotte: „Hast du schon durchgesehen? Wenn du die besuchen willst, wird’s aber Zeit.“

KI generiert

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