Fremd und kalt

2–3 Minuten

Sonntag, den 25. Juli 1926

Der Tag bedeutete mehr als Tod, er nahm mir alles!

Es sollte niemand mit mir gehen, allein, einsam. Wir kamen alle lustig von der Jagd. Ich stehe noch mit Fräulein Sauermann auf dem Flur, da kommt das Auto.

Wäre ich doch weggelaufen, zur anderen Tür hinaus! Warum, oh Gott, dieser wahnsinnige Schmerz?

Da kommt er, er musste mich schon gesehen haben. Er gibt Fräulein Sauermann zuerst die Hand und dann mir. Aber so fremd, so kalt. Lotte und er beide strahlend froh und voll vom sonnigen Rhein. Wohl fasste er wieder meine Schultern und sieht mich an, aber sein Blick ist anders als sonst.

Legau und ich beim Radio. Er küsst wie wild meine Arme und umschlingt mich. Der Chef isst, und Lotte erzählt mir. Und während mir das Herz bricht, sehe ich sie an und höre von der kleinen, goldigen Dortmunderin, von der reizenden Familie, von ihren 20 Jahren. Aber das passte ja ganz gut. Von Reife und seinem Entzücken. Da halte ich es nicht mehr aus, ich muss heimwärts. Und an der Tür sagt sie: Dies wäre für sie eine entscheidende Fahrt gewesen, nun hilft ihr ihr Bruder, sie hälfe ihm ja auch.

In 14 Tagen kommt sie per Auto mit ihrem Bruder, dann ist sie doch sicher zu seinem Geburtstage hier. Wäre ich dann doch nur schon in Schliestedt! Und Idel, die arme Idel.

Die Nacht habe ich eigentlich gar nicht geschlafen, ich konnte nicht, fand keine Ruhe. Dass es so viel Leid auf der Welt gibt. Mir war, als ob alles zu mir käme. In die Dunkelheit streckte ich meine betenden Hände, meine Augen waren Tränen.

Vater, Mutter, hilft mir denn niemand in meiner Not?

Grau kam der Morgen. Unten hörte ich Wagen, Arbeit und Schaffen, aber wenn man so todwund ist… Der Spiegel: Ich erschrak vor den Schatten unter den Augen.

Das Kind. Es war mein einziger Trost. Fest habe ich es in die Arme genommen und weinend geküsst. Und jetzt bittet sie mich, doch mit ihr zu Lotte zu gehen. Mein Gott, verlass mich nicht!

Waren da. Alles wie sonst und doch anders, oh, ganz anders. Lotte lieb wie immer. Sie hatte Kopfschmerzen und litt, da habe ich ihr auf meiner Gitarre sogar Lieder gesungen, wieder im Musikzimmer, und mein Herz wand sich.

Im Garten hat sie mir die ganze Familie haarklein beschrieben. Na, da wird er schon glücklich werden.

Und dann stand er bei der Holzsäge. Bine, Lotte und ich vorbei, das Kind juchzt… Endlich hört er es, winken. Ich zog heim, die Laute unterm Arm. Er hielt mich nicht mehr.

KI generiert

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