
Sonnabend, den 24. Juli 1926
Die Sonne ist längst hinter den Bergen zur Ruhe gegangen, nur die leuchtenden Wolken erzählen noch von ihr. Beide Arme strecke ich nach ihnen aus: Helft mir!
Aus Dortmund eine Karte!
„Lachende Sonne!“, schreibt er an seine Mutter.
Warum? Weil sie mit ihnen nach Düsseldorf fährt?
Vielleicht bringen sie von dort wieder Besuch mit hierher. Vielleicht liebt er sie doch mehr als mich. Und sicher ist sie reich und ich so ganz arm. Wenn er glaubt, mit ihr glücklich zu werden, will ich auch nie mehr weinen. Dann gebe ich ihm beide Hände zum Abschied, und meine lachenden Augen sollen ihm nicht ansehen lassen, dass sie eigentlich traurig sind und mir so weh tun.
Mit der Mutter habe ich ihnen heute Blumen in die Vasen gestellt. Edam versuchte mich mit Blicken und Händedruck zu fangen, aber ich liebe ihn doch nicht! Wenn sie Besuch mitbringen, gehe ich wieder ein paar Tage nicht hinunter. Dann fahren wir ja bald nach Schliestedt.


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