Schloss am Ende der Welt

1–2 Minuten
Seite 155 Teil 2

Montagabend, den 30. August 1926

Adelebsen. Mein Herz ist noch in Schliestedt, in dem Hause, das am Ende der Welt liegt. In dem Hause, wo man Frieden findet. Alles Leid, so schmerzhaft tief, muss da draußen hinter den Bergen bleiben, dort, wo die Sonne untergeht.

In Schliestedt gibt es eine Frau, die mich wie ihr Kind ans Herz genommen und wieder und wieder geküsst hat. Und ich brachte immer nur die Worte heraus: „Ich habe Sie ja so lieb, Frau Baronin!“, und küsste sie.

„Der liebe Gott beschütze Sie, mein liebes Kind“ Ich höre es noch, sehe ihren Mund, und mein Herz jubelt und singt.

Die ganze weite Welt gehört ja mir! Wer meine Liebe will, dem schenke ich sie ganz und tief, und das soll eine unaufhörliche Freude sein. Hier hat man sie eben nicht gewollt. Und auf Hannover freue ich mich, weil dann einer kommt und mich besucht. Und morgen kommt Käthe!

Und wie wir von der Bahn kamen, an Schmidt vorbei, mein Herz tat keinen schnellen Schlag mehr. Ruft der Baron: „Da seht, Eure Freunde!“

Bine und ich winken und das Kind ruft: „Juchhe!“

Alles wie einst und doch anders, ganz anders. Meinen Herzensfrieden habe ich mir aus dem „Schloss am Ende der Welt“ mitgebracht. Nun kann meinem Herzen hier nichts mehr geschehen.

Ich kann nicht leben ohne Sonne und ohne Liebe!

KI generiert

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