

Freitagnachmittag, den 3. September 1926
Goldene Sonne hier. Käthe, Lotte und ich. Wir drei zusammen, und wir lachen und sind ernst.
Gestern Uslar. Bekomme mein Geld nicht. Saßen in der Konditorei, da habe ich ihnen von Schliestedt erzählt und lebte auf.
Ich immer vorn bei Kurt, Frieden geschlossen. Er erzählte mir von seinem Herzenskind und ich freute mich mit ihm. Weihnachten soll ein großes Fest sein.
Meine Lotte-Freundin ist doch traurig gewesen, dass ich nicht zu ihrer Verlobung da war, sehr traurig, aber es war doch besser so.
Gestern Abend beide bei mir und geklönt, es war wunderschön.
Bine und ich mittags über den Hof. Edam traf uns, er war sehr nett. So gefiel er mir wieder. Ich sollte doch heute Abend kommen.
Montag trifft Margarete sich mit einem Bekannten in Hannover. Wenn sie doch bald ihr eigenes Heim bekäme!
Ich freue mich auch auf Hannover! Er wird kommen!
Später.
Lotte, Käthe und ich den Turm besichtigt. Unten schauerlich das Verlies, der Eisenring, finster. Professor Ebhardt maß alles aus.
Aber der Blick von oben auf das weite, sonnenbeschienene Land! Im Nebelkleid die Berge, silbern die Schwülme durch das grüne Tal. Dort hinten wurde eingefahren. Aber alles berührte mich ohne große Last und Schwere. Ich sah nur die sonnige Schönheit. Alles andere liegt tief in mir. Erlebt, überwunden.
Der Professor knipste uns drei weiße Gestalten dreimal, schickt uns Abzüge.
Abends der Baron aus Schliestedt. Bei versammelter Tafelrunde herzliche Grüße von seiner Mutter mir überbracht. Das gab mir Freude für den ganzen Abend. Nach Tisch Käthe bei mir, bis halb 12 geklönt. Lotte war sicher aus Rücksicht nicht mitgekommen. Damals Fahrt nach Uslar.


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