
Sonntag, den 19. September 1926. Hannover
Tante Idel kocht. Um 4 kommen die Tanten.
Ich kann es kaum glauben, dass ich wieder hier bin. Mittwoch fahren wir nach Riethagen und vorigen Mittwoch kam ich wieder.
Käthe hatte ich in den Zug nach Riethagen gesetzt. Nun war ich allein. Und wie ich über den Bahnhofsplatz ging, da kam es mir in den Sinn: „Als ich Abschied nahm, war das Herz so voll, mir schwer – als ich wiederkam, war alles leer.“
Mir summen noch immer die Tänze und Lieder im Kopf herum, und ich erlebe noch die Abschiedsabende, wo Heiterkeit, Lachen, Lieder und Tänze wechselten. Sie haben mich wild an sich gedrückt und wieder geküsst, aber meine Lippen haben sie doch nicht bekommen!
Den letzten halben Tag war ich unten, aber geschlafen habe ich doch oben. Mittags fuhren Baronin Inge und Bine ab. Da war ich frei, ganz frei, und lief hinunter. Käthe lag im Bett, Lotte holte uns. Frau Schmidt ist sich immer gleichgeblieben. Kurt war einmal hässlich zu seiner Mutter, da musste ich ihn groß ansehen.
Abfahrt… Lotte und Kurt brachten uns zur Bahn.
Ein letztes Lebewohl dem Schloss, dem Gut, dem Flecken. Und mir gegenüber nur Lottes Bruder.
Lotte muss mich hier besuchen, unsere Wege werden sich nicht für ewig trennen, ich habe sie zu lieb.
Annemarie schreibt mir aus ihren geliebten Bergen.


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