Autor: Helene Oltrogge

  • Jeder lebt sein eigenes Leben

    Jeder lebt sein eigenes Leben

    Sonntag, den 16. August 1924 Heute sollten wir eigentlich in Neustadt sein, aber nach dieser Szene ist Idel außerstande dazu. Gestern Nachmittag kam Annemarie vorbei, und wir sind zusammen in den „Sommernachtstraum“ gegangen. Als wir nach Hause kamen, bin ich schnell zur Post gelaufen und habe den Brief eingeworfen. Nun denke ich immer daran, welches Gesicht er…

  • Staatsdienst oder Adelebsen?

    Staatsdienst oder Adelebsen?

    Freitag, den 14. August 1925 Ich unterstreiche das Datum, aber es ist nur eine Erinnerung. Sie gehört eigentlich schon der Vergangenheit an. Heute war ich bei Herrn Rektor Brenneke. Hier in seinem Sprechzimmer in der Schule. Mit offenen Armen empfing er mich, und alle Möglichkeiten, in den Staatsdienst zu kommen, wurden durchgesprochen. Schließlich sollte ich…

  • 36°C im Schatten

    36°C im Schatten

    Mittwoch, den 12. August 1925 Eben habe ich noch an Adelebsen einen Brief geschrieben und schicke ihn Sonnabend ab. Gestern hat Rudolf seinen Besuch gemacht, während ich mit der Schneiderin in der Stadt war. Ob ich ihn in diesen Ferien wohl noch sehen werde? Bine ist reizend und schreibt mir. Anna war wieder da. Sie…

  • Sommer im Herzen

    Sommer im Herzen

    Mittwoch, den 5. August 1925 So habe ich mir die Heimat gewünscht! So kann man da gern sein! Thyra ist ganz anders geworden. Die ersten Stürme haben sich gelegt. Man merkt, sie ist glücklich und zufrieden. Das kann sie auch sein, bei den reizenden Kindern. Und Adolph liebt sie auch. Marie schaltete und waltete wieder…

  • Ein Herz in Wartestellung

    Ein Herz in Wartestellung

    Donnerstag, den 30. Juli 1925 Und ich bin nicht mehr hingegangen. Ich muss jetzt zur Strafe immer daran denken. Morgens um sechs sehe ich ihn wegreiten und um halb acht kommt er wieder. Aber er sieht nun nicht mehr herauf. Und doch stehe ich oben am Fenster und warte… Unten im Garten bin ich auch,…

  • Mit Vollgas ins Gefühlschaos

    Mit Vollgas ins Gefühlschaos

    Donnerstag, den 23. Juli 1925 Was war das gestern wieder ein Tag! Nach der Schule um elf Uhr lief ich hinunter aufs Gut. Lotte Schmidt empfing Waldi und mich: „Haben Sie meinen Bruder nicht getroffen, er ist eben zur „Rentei“ gegangen?“ Aber ich hatte nichts von ihm gesehen. Nun wartete ich so lange. Den Vater…

  • Ein Besuch voller Wunder

    Ein Besuch voller Wunder

    Dienstag, den 21. Juli 1925 Von Idel kamen zwei Briefe, sie ist wieder versöhnt. Sie schreibt, ich sollte erst nach den Ferien auf dem Gut Besuch machen. Na, nun ist es zu spät. Bine hatte ihre Mama gefragt, und die sagte, wenn ich wollte, könnten wir ja gehen. In mir die wiederstreitendsten Gefühle. Als wir…

  • Mehr Morgen…

    Mehr Morgen…

    Montag, den 20. Juli 1925 Nur das eine heute: Bine und ich haben unten auf dem Gut unseren offiziellen Besuch gemacht und alle gesehen. Das andere schreibe ich morgen. Hilde schreibt mir, ich soll Mittwoch nach „Mariaspring“ kommen. Alle freuten sich, wenn ich käme. Besonders H. W., der gute, kleine, lustige Student. Ich fahre hin,…

  • Seine Schwester

    Seine Schwester

    Sonntag, den 19. Juli 1925 Sie sind alle da gewesen und haben Besuch gemacht. Die Eltern, eine 22 jährige Schwester von ihm und er. Ich sah sie vom Haus weggehem und hörte dann hier unten die Begrüßung. Und dann erzählte Bine nachher, dass erst er unf dann auch die anderen gesagt hätten, wir sollten doch…

  • Was er wohl denkt?

    Was er wohl denkt?

    Sonnabend, den 18. Juli 1925 Schon wieder Sonnabend. Nächste Woche um diese Zeit bin ich in Hannover. Ich will mir vornehmen, nicht zu viel an hier zu denken. Es ist ganz gut, dass ich erst mal weg komme. Gestern Abend… ich hätte mich ohrfeigen können! Ich darf jetzt wirklich nicht mehr aus dem Fenster sehen.…