Autor: Helene Oltrogge
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Glück, das nicht hält
Freitag, den 18. September 1925 Es regnet wieder. Lotte Schmidts schöne Tour, das Heu und der Hafer. Bine schläft. Auf das Blechdach trommeln die Tropfen, und ich denke wieder ich träume. Aber es war doch wahr: Kirmes in Göttingen: Lotte und ich gingen untergehakt, die beiden Herren waren dauernd weg. Verloren im Spiel. Viel Geld…
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Mit Lachen durchs Weserland
Montag, den 14. September 1925 – Hann. Münden Heute ist Montag. Gestern… ach, war das schön! Ich saß noch an meinem Schreibtisch, als Herbert hereinstürmte und aufgeregt erzählte, dass Fräulein Schmidt angerufen hätte: ich solle um halb zwei mit meiner Gitarre unten sein. Wir führen nach Hann. Münden! Es konnte auf der Welt keinen glücklicheren…
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Die Eule im Schornstein
Sonntag, den 13. September 1925 Während die beiden Mamis in der Kirche waren, hatte ich die drei Kinder und Muschi bei mir. Gemeinsam beobachteten wir die große Eule, die hoch oben im Schornstein gegenübersaß. Die Eule hatte den Baron heute früh veranlasst, im tiefsten Negligé heraufzukommen. Ich frisierte mich gerade, als Bine, die eben baden…
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Der Tag an der Schaukel
Mittwoch, den 9. September 1925 Ein Freudentag war dieser Montag. Und heute ist schon Mittwoch. Am Sonntag bei Fräulein Sprenger war es auch sehr nett. Nach dem Mittagessen machte ich mit Fräulein Stricker (groß, dunkel, hübsche Augen, eher schwermütig, dachte sie wäre 25, ist aber 30 Jahre alt) und Fräulein Sprenger einen Spaziergang durch die…
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Rosentapete und Regentropfen
Freitag, den 4. September 1925 Die Tropfen fallen unaufhörlich. Ich habe in meinem Zimmer eingeheizt. Frieren kann ich nicht. Nun darf Bine nicht mehr hereinkommen, sagt eben die Baronin, aber das ist mir auch einerlei. Wenn sie dort unten feiern, kann ich hier oben auch allein sitzen. Und dabei denke ich jetzt wieder: Es muss…
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Das Leid der Erde
Dienstag, den 1. September 1925 Idel hat mir einen lieben Brief geschrieben. Sie glaubt fest daran, dass mir noch ein gutes Stück irdisches Glück vorbehalten ist. Sie sagt, der liebe Gott habe alles bereits bestimmt. Sie fragt, ob mir denn ein Herzenswunsch vorschwebe. Aber das darf ich ihr nicht schreiben. Es ist ja doch so…
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„Huhu“ im Garten
Montag, den 31. August 1925 Mühlendahls sind leider abgereist. Ich traf ihn noch einmal, als ich vom Flecken kommend den Berg hinaufging. Mit schalkhaftem Gesicht bedauerte er Bine, die heute wieder Schule hatte. Und nun ist er fort. Gestern war entsetzlich viel Besuch da, auch Bürgerliche. Die lange Tafel mit den beiden Leuchtern war voll…
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Ein goldener Käfig
Freitag, den 28. August 1925 Ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Ich weiß nicht, was aus mir werden soll. Ich weiß nur, dass ich unglücklich bin. Ich lebe hier doch wie in einer goldenen Gefangenschaft. Bine ist krank, und ich muss ständig bei ihr bleiben. Eben war ich eine halbe Stunde draußen, lief durch…
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Er soll an mich denken!
Donnerstag, den 27. August 1925 Die Sonne lacht. Das Land liegt wunderschön vor mir. Und doch bin ich traurig, weil sie mit dem Auto weggefahren sind. Eben bei Tisch war viel Besuch, mir gegenüber saß Mühlendahl. Jetzt spielen sie vermutlich wieder Mah-Jongg, während ich hier sitze und zu viel an ihn denke. Könnte ich doch…
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Zurück im Regen
Mittwoch, den 26. August 1925 Am Tisch sitzen Bine und Sepp. Bine schreibt mir einen langen Brief und hält ihm dabei all ihre Unarten vor, die sie mir schreiben will. Sepp macht darüber nur große, verwunderte Augen. Bine gibt die strenge Alte. Ich studiere lieber Katzen und Kinder. Die Baronin und Mädi sind mit dem Auto nach…
