Autor: Helene Oltrogge

  • Vergessen und Allein

    Vergessen und Allein

    Donnerstag, den 31. Dezember 1925 – Silvester Man hat mich ganz allein gelassen!!!

  • Weihnachten mit halbem Herzen

    Weihnachten mit halbem Herzen

    Mittwoch, den 30. Dezember 1925 Also, morgen kommen sie. Die, an die ich immer gedacht habe. Jetzt will Idel mit mir einen Mantel kaufen. Und alle meine Geschwister habe ich schon gesehen bis auf Marie. Käthe holte mich von der Bahn ab. Wir machten lachend und schimpfend Besorgungen in der Stadt. Bei Idel großer Topfköcher…

  • Ernster Abschied

    Ernster Abschied

    Mittwoch, den 23. Dezember 1925 „Fräulein Oltrogge fährt mit dem Auto. Herbert, du bringst nach Tisch gleich die Koffer hinunter aufs Gut,“ sagte die Baronin, als wir das Esszimmer betraten. Mädi, Margchen, Bine, Tante Ilse, Dieter … dann kam der Baron. Mit der schlechtesten Laune: „Herbert soll mir doch servieren, warum wurde das nicht vor…

  • Die Reise rückt näher

    Die Reise rückt näher

    Dienstag, den 22. Dezember 1925 Den ganzen Tag saß ich an Bines Bett. Abends eine Stunde hinunter. Lotte und Kurt brachten Tante Wulze mit dem Auto nach Göttingen. Ich saß bei den Alten. Die Jungen kamen und kamen nicht. Wir standen schon auf dem Flur, ich wollte gerade weggehen, da öffnet sich die Tür und…

  • Verlorene Unschuld

    Verlorene Unschuld

    Montag, den 21. Dezember 1925 Bine ist krank, und ich spiele Krankenschwester. Lotte ist gleich wieder weggegangen. Wie gut, dass sie zu mir kommen kann. Oh Gott, wie danke ich dir, dass du mir diese Menschen geschickt hast! Und auch wenn ich jetzt allein bin, weiß ich, dass sie unten an mich denken. Ich kann…

  • Was fühlst du, Kurt?

    Was fühlst du, Kurt?

    Freitag, den 19. Dezember 1925 Deckenspannen! Das Wort sagt alles. Am Ofen, in schönem Seifenwasser, wuschen Bine und ich uns. Aus dem Herrenzimmer klang seine Stimme herüber. Alle trabten in unser kleines Zimmer, viel Neckerei, und die weiße Decke wurde gespannt. Da geht hinter mir die Tür auf. Erst, als Lotte sagte: „Da amüsiert sich…

  • Schmerzhaft süßes Gefühl

    Schmerzhaft süßes Gefühl

    Donnerstag, den 18. Dezember 1925 Mir ist ganz sonderbar zumute. So ein schmerzhaft süßes Gefühl, weil ich jetzt nicht unten bin, obwohl er mich bat, zu kommen. Nun vermisst er mich vielleicht. So wie gestern Abend, als sie mit dem blonden, graziösen Mädchen beim Adventskranz tanzten. Und ich war nicht dabei, obwohl Lotte mich noch…

  • So gut ist er

    So gut ist er

    Dienstag, den 15. Dezember 1925 Schnee und Jagd! Um halb neun fuhren die Herren zur Jagd hinaus. Wir frühstückten oben. Ich hatte wieder diese Wut, aber diesmal musste ich im Hause bleiben. Während Lotte in Göttingen war. Doch ich musste doch erst einmal zu ihnen hinunter. Ich wurde vom Doktor aus hingebracht. Frau Schmidt rief…

  • So fängt’s an

    So fängt’s an

    Montag, den 14. Dezember 1925 Heute habe ich ihn und alle dort den ganzen Tag nicht gesehen. Aber das ist nicht schlimm. Ich bin so ruhig und glücklich dabei. So, als ob sie ganz sicher zu mir gehörten. Und wenn ich an gestern denke: Hier der Abschied von Bine. Immer wieder umfasste sie mich: „Oh,…

  • Ein Sonntag in Blau

    Ein Sonntag in Blau

    Sonntag, den 13. Dezember 1925 Zehn vor eins. Gleich läutet es. Nur noch dies schnell, damit ich um drei hinunterkomme und mit nach Göttingen fahre. Da geht Lotte mit ihrer Mutter zur Weihnachtsfeier und er und ich bleiben allein zurück… Hätte ich doch nicht solche wahnsinnige Angst! Und wie fest drückte er heute Morgen meine…