Autor: Helene Oltrogge
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Wieder im Leben
Dienstag, den 18. Mai 1926 „Deine Mutter ist die Sonne. Ich weiß, sie hat dich lieb!“ Ist es möglich? Kein Traum? Ach, ich lebe, bin gesund! Gesund an Leib und Seele. Krankenhaus, Leid, Schmerzen und Elend liegen hinter mir. Ich habe sie in ihren tiefsten Tiefen erlebt und nun ist alles vergangen. Golden geht die…
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Abschiede im Frühling
Donnerstag, den 15. April 1926 Wenn es länger als vierzehn Tage mit mir dauert, soll ich Käthe als Vertretung schicken. Danach vier oder fünf Wochen nach Imshausen. Dann wäre ich also wieder fort von ihnen. Ich verstehe das alles nicht. Wenn nur die Kasse endlich schriebe, damit ich ins Krankenhaus könnte. Und dabei ist ein…
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Ein Tag, der alles wendet
Dienstag, den 13. April 1926 Den 12. April werde ich nicht vergessen. Es gibt Tage, da drängen sich die Ereignisse: silberne Hochzeit, Arzt, Krankenhaus, Adolph, Thyra, Marie und schließlich Dr. Brunes Rat: das Lindener Spezialkrankenhaus. Was sollte ich tun? Eine Stunde ging ich vor dem Bahnhof auf und ab und überlegte: Sollte ich eine Vertretung…
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Glück oder Tod
Sonnabend, den 10. April 1926 An Lotte geschrieben. Mir ist, als stünde nun mein Todesurteil oder mein Glück bevor. Erst jetzt wird sich zeigen, ob man mich dort wirklich lieb hat oder ob alles nur äußerlich war. Käthe und Hermann sind in der Stadt. Morgen kommt Marie, Montag Adolph und Thyra. Wenn ich nicht besser…
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Den Kram loswerden
Freitag, den 9. April 1926 Es regnet und in mein Herz wagt sich die Sonne nicht. Augenblicklich ist alles tot und traurig. An ihn will ich nicht denken, ehe ich nicht ganz gesund bin. Heute war ich beim Spezialarzt. Er sagte dasselbe wie Schröder. Wenn ich diesen Kram doch endlich los wäre. Hermann war gut…
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Nur für mich
Ostersonntag, 4. April 1926 Ostern – Auferstehen. Die ganze sonnenüberglühte Frühlingswelt jubelt. Und auch mein Herz jubelt. Nachts träume ich von ihm, und am Tage denke ich an ihn. Sogar in der Kirche. Ist das Unrecht? Ich fragte mich das, aber es kann kein Unrecht sein. Gott selbst hat ihn zu mir geführt. In seine…
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Geheimnis der Mauer
Karfreitag, den 2. April 1925 – Hannover Idel liest, Hermann ist tagsüber fort. Wir beide haben einen herrlichen Spaziergang gemacht: über den Friedhof, wo Drosseln und Buchfinken jubelten, wo alles leuchtete und die Sonne so warm schien, dass einem selbst im Wintermantel zu heiß wurde.Wir haben den Pilger von Dannemann besucht und später lange auf…
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Am Rand der Dinge
Dienstag, den 30. März 1926 Roland Mühlendahl fährt um 15:10 Uhr wieder ab. Wir haben heute nach der Schule und eben nach Tisch bei mir Mah-Jongg gespielt. Bine war selig. Sie sagte zu mir: „Du, ich hab so ein Gefühl. Ich möchte ihn heiraten. Wäre ich doch groß, dann könnte ich sagen, wir wollten uns…
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Ein Rätsel bleibt
Montag, den 29. März 1926 Der Tag fing furchtbar an. Der arme Hänsemaus ist tot. Die Katze hat ihn gefressen. Ich kann sie heute nicht streicheln. Bine ist mit Mädi in der Sonne. Mir ist nicht gut. Ich glaube, ich werde krank. Masern oder etwas anderes. Ich will zum Arzt. Gestern Nachmittag war Lotte oben.…
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Am Rand des Tages
Sonntag, den 28. März 1926 – Mittags Eben war ich unten. Alle Damen in Weiß. Man wollte spazieren gehen. Ich sollte mit, aber Bine hatte eine so schlechte Nacht, und da Mädi und ich ohnehin hin- und herliefen und es mir auch nicht recht gut ging, blieb ich hier. Nun soll ich abends kommen. Ich…
