Autor: Helene Oltrogge
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Mein Herz jauchzt
Sonnabend, den 20. Februar 1926 Es regnet noch immer. Eigentlich sollte ich jetzt in Hannover sein. Die arme Idel! Ob sie schon mit dem Auto nach Göttingen gefahren sind? Lotte besorgt mir Garn für Idels Schal. Sonst ruft sie an, und ich fahre heute Nachmittag selbst mit. War das gestern Abend wieder herrlich mit uns…
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In seiner Hand
Donnerstag, den 18. Februar 1926 Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Die Baronin und Bine fahren von Dienstag bis Donnerstag nach Imshausen. Also kann ich auch Sonnabend nicht mit ihm fahren. Ich muss heute gleich hinunter und es ihm sagen. Warum hat das nun nicht sein sollen? Ich war unten. Der alte Herr…
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Ich bin nun mal so
Mittwoch, den 17. Februar 1926 Vormittags In kriegerischer Stimmung bin ich von gestern her. Die da unten quälen mich noch tot! Was wollen sie denn bloß? Ich habe eine Wut auf Kurt! Ich könnte ihn vermöbeln! Nachmittags halb sechs lief ich im Kostüm hinunter. Über den Hof gehend, pfeift jemand. Ich winke mit dem Handschuh.…
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Kurt und Edam
Montag, den 15. Februar 1926 Eine wunderbare Ruhe und Freude ist in mir. Freude, dass gestern ein so schöner Sonntag war. Und dass er am Sonnabend oder Freitag mit mir nach Hannover fährt.Lottes Bild steht neben mir. Gestern schenkte sie es mir. Ich weiß nicht, was ich anfangen soll. Mit Bine gab es wieder den…
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Liebe ohne Antwort
Sonnabend, den 13. Februar 1926 Das Kind quälte mich. Deswegen bin ich nicht mit nach Göttingen gefahren. Wir haben einen weiten Gang gemacht, durch das grüne Tal, zurück über den Lechtmar. So traurig war ich. Wie das Kind mich verstand: „Mir ist immer, als ob da hinter den blauen Bergen das Glück liegen muss, dann…
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Steinerne Ruhe
Freitag, den 12. Februar 1926 Der Kaffeetisch ist festlich gedeckt. Lotte kommt! Bine strahlt. Bei Tisch Gespräch: Familie Pinghut empfängt Besuch. Nach der Schule liefen Bine und ich hinunter. Herr Freudental sprang mit seinem Auto beinahe auf uns zu. Entschuldigte sich dann vielmals und fragte mich an der Tür, ob Herr Schmidt wohl zu Hause…
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Geheime Liebe
Mittwoch, den 10. Februar 1926 Fräulein Sprenger bleibt jetzt gern in Adelebsen, weil sie mich hier hat. Lotte kommt heute Abend. Draußen liegt Schnee. Bine und Lotte haben mich unten im Garten gewaschen. Warum? Weil ich ihnen ausgebüxt war. Bine hatte Zettermordio geschrien und mich glücklich mit hinein geholt. Dann hatte sie den Kopf ins…
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Ohnmächtige Wut
Dienstag, den 9. Februar 1926 Da lese ich im Tag den Artikel über die Auszehrung Deutschlands und mich erfasst eine ohnmächtige Wut. Deutsches Glück und deutsches Leben werden sie zerstören. Ist es möglich? Können sie das verantworten? Und das wollen Christen sein? Fünf Briefe hatte ich heute. Idel ist in Sorge um Adolph. Wenn er…
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Angst vor Liebe
Sonntag, den 7. Februar 1926 Scharfer Ostwind, als ich zur Bahn ging. Göttingen: Studenten mit bunten Mützen sammelten an den Straßenecken Spenden. Ich habe Siga nach dem Stadtpark gefragt: er schielte mich lachend mit seinen Augen an. Viele Menschen, man spürte den Geist der Universitätsstadt. Neben mir ein Student mit blauer Mütze, der mich…
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Ungewissheit
Sonnabend, den 6. Februar 1926 Morgen fahre ich nach Göttingen zum Vortrag von Dr. Eckener. Bine ist bis sechs bei mir, deshalb gehe ich nicht mehr nach unten. Um drei bis vier Spaziergang mit Bine, roter Weg. Teuteberg getroffen. Freche Amseln pfiffen. Es ist halbtot hier. Aus dem Fenster habe ich immer nur Edam und…
