Autor: Helene Oltrogge

  • Der Mann und der Junge

    Der Mann und der Junge

    Sonnabend, den 12. Dezember 1925 Bine hat mit Lotte telefoniert. Sie kommt aber nicht, weil der teure Kurt heute wiederkommt. „Ein verführerischer Mensch ist dieser Kurt“, sagt Bine. Ich pflichte ihr ganz bei. Ein Brief von Mäusel kam an. Ich soll an einem der Festtage zu ihnen kommen,wie es immer Brauch war. Aber wie vereinige…

  • Freude schenken

    Freude schenken

    Freitag, den 11. Dezember 1925 Also… nun soll er wohl morgen wiederkommen. Wir haben Adventskränze! Einen für „Mami“, einen für uns und einen für Lotte. Wie sie sich gefreut hat! Im Damenzimmer hatten wir ihren Kranz auf den Tisch gelegt und die Kerzen angezündet. Fräulein Dietrich hatte uns alles besorgt. Dann rief sie Lotte. Bine…

  • Froh und Leicht

    Froh und Leicht

    Mittwoch, den 9. Dezember 1925 Viertel nach zehn. Bine und ihre Mami sind in Göttingen. Ich war beim Arzt. Der hat mir für meine nicht ansteckende Flechte Salbe und Arsenik verschrieben. Nun kann die Baronin beruhigt sein. Und ich bin so froh und leicht und könnte immer singen: „Heut kommt er wieder, heut kommt er…

  • Angeschwärzt

    Angeschwärzt

    Montag, den 7. Dezember 1925 Unten haben wir heute „Schwarzer Peter“ gespielt. Ich wurde es… Unter Lachen und Hallo hat Lotte mich angeschwärzt, während Bine mich festhielt. Wir haben ja so gelacht. Danach war ich erledigt.

  • Märchenhafte Schlittenfahrt

    Märchenhafte Schlittenfahrt

    Sonntag, den 6. Dezember 1925 – 2. Advent Halb Zehn. Ehe ich schlafen gehe, bade ich wieder, und dann liege ich noch wach und will mich freuen. Ich freue mich über den heutigen Tag! Morgens die märchenhaft schöne Schlittenfahrt! Gleich nach dem Frühstück ging ich hinunter. Vorher redete mir die Baronin noch zu. Sie wollte…

  • Der Zweck des Lebens

    Der Zweck des Lebens

    Mittwoch, den 2. Dezember 1925 Dicke Flocken, die Welt ist weiß von Schnee. Jetzt kommt Lotte aus Göttingen zurück. Ob sie mit uns rodeln geht? Morgen und übermorgen reist die Baronin nach Hannover, ich kann also morgen nicht zu Lotte, wie verabredet. Marie Reichert schreibt: „Wenn du erst ganz wieder hier bist – dann…“ Und…

  • Rodeln, Lachen und Lieben

    Rodeln, Lachen und Lieben

    Montag, den 30. November 1925 Bine und ich waren auf der Rodelbahn „hinterm Prebsen“. Donnerwetter, war die Bahn glatt und schneidig! Kindergewinnend. Fräulein Prieß war da und ich glaube, das war ihr Freund. Jetzt bin ich todmüde. Am liebsten würde ich gleich baden, dann zu Bett gehen, träumen. Ich träumte von allem, was ich erlebt…

  • Eine Unmenge an Liebe

    Eine Unmenge an Liebe

    Donnerstagabend, den 26. November 1925 Nur wissen möchte ich, ob er um meine Liebe weiß. Wie soll das so weitergehen? Jeden Tag sehen und jeden Tag schweigen? Heute liegt tiefer Schnee, und es friert dazu. Edam will sich seine Schlittschuhe schicken lassen. Der Chef will Schneeschuh laufen. Ich möchte im Schlitten durch die weiße, weite…

  • Gemeinsame Lieder

    Gemeinsame Lieder

    Dienstagabend, den 24. November 1925 Heute kommt Fräulein Sprenger. Jetzt sollten wir eigentlich unten sein. Zum Pokern und tanzen. Mittags waren wir unten. Schmidts luden Bine gleich wieder dazu ein, aber Mami erlaubte es heute nicht, weil G.G. Geburtstag hat. Ich habe der Baronin deshalb versprochen, Abend nicht mehr hinunterzugehen. Ich war ja auch gestern…

  • Der Traum von Mutter

    Der Traum von Mutter

    Totensonntag, den 22. November 1925 Ich war in der Kirche. Ich dachte an Vater und Mutter und an den Traum von gestern: Ich stand auf dem Kirchhof in Riethagen und sah, dass auf allen Gräbern Blumen blühten. Am meisten auf Mamas Grab: gelbe und rote Blumen in Fülle. Ich glaube, es waren Margeriten. Meistens, wenn…