Autor: Helene Oltrogge
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Zurück in Adelebsen
Sonntagabend, den 10. Januar 1926 Abschied von Idel. Schwere Koffer, langweilige Fahrt, wenngleich der Himmel blaute, als ob es schon Frühling wäre. Aber ich bin so todmüde. Adelebsen! Mit Müh und Not bekam ich meine Siebensachen heraus aus der Bahn. Da sauste Bine auf mich los, küsste mich, zog mich herunter, jubelte und gebärdete sich…
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Alles genau wie früher
Sonnabend, den 9. Januar 1926 Idel, Käthe und ich wollen ins Kino. Ich ginge lieber in die Schauburg. „Herodes und Marianne“ läuft gerade. Anna war die ganze Woche hier. Gott sei Dank kommt sie nicht mehr in unsere Wohnung. Und morgen fahre ich nun schon wieder zurück. Lotte hat mir am 2. Januar einen Brief…
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Was bringt 1926?
Freitag, den 01. Januar 1926 – Neujahr Was bringt mir 1926? Glück oder Leid? Erfüllung meines Herzenswunsches? Dass ich ihn liebe, glaube ich zu wissen. Dass mir ohne ihn die Welt einsam und leer erscheint, habe ich gestern gemerkt. Wenn Idel nicht gewesen wäre, hätte ich wohl eine Dummheit begehen mögen. Weil ich gar nicht…
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Vergessen und Allein
Donnerstag, den 31. Dezember 1925 – Silvester Man hat mich ganz allein gelassen!!!
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Weihnachten mit halbem Herzen
Mittwoch, den 30. Dezember 1925 Also, morgen kommen sie. Die, an die ich immer gedacht habe. Jetzt will Idel mit mir einen Mantel kaufen. Und alle meine Geschwister habe ich schon gesehen bis auf Marie. Käthe holte mich von der Bahn ab. Wir machten lachend und schimpfend Besorgungen in der Stadt. Bei Idel großer Topfköcher…
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Ernster Abschied
Mittwoch, den 23. Dezember 1925 „Fräulein Oltrogge fährt mit dem Auto. Herbert, du bringst nach Tisch gleich die Koffer hinunter aufs Gut,“ sagte die Baronin, als wir das Esszimmer betraten. Mädi, Margchen, Bine, Tante Ilse, Dieter … dann kam der Baron. Mit der schlechtesten Laune: „Herbert soll mir doch servieren, warum wurde das nicht vor…
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Die Reise rückt näher
Dienstag, den 22. Dezember 1925 Den ganzen Tag saß ich an Bines Bett. Abends eine Stunde hinunter. Lotte und Kurt brachten Tante Wulze mit dem Auto nach Göttingen. Ich saß bei den Alten. Die Jungen kamen und kamen nicht. Wir standen schon auf dem Flur, ich wollte gerade weggehen, da öffnet sich die Tür und…
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Verlorene Unschuld
Montag, den 21. Dezember 1925 Bine ist krank, und ich spiele Krankenschwester. Lotte ist gleich wieder weggegangen. Wie gut, dass sie zu mir kommen kann. Oh Gott, wie danke ich dir, dass du mir diese Menschen geschickt hast! Und auch wenn ich jetzt allein bin, weiß ich, dass sie unten an mich denken. Ich kann…
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Was fühlst du, Kurt?
Freitag, den 19. Dezember 1925 Deckenspannen! Das Wort sagt alles. Am Ofen, in schönem Seifenwasser, wuschen Bine und ich uns. Aus dem Herrenzimmer klang seine Stimme herüber. Alle trabten in unser kleines Zimmer, viel Neckerei, und die weiße Decke wurde gespannt. Da geht hinter mir die Tür auf. Erst, als Lotte sagte: „Da amüsiert sich…
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Schmerzhaft süßes Gefühl
Donnerstag, den 18. Dezember 1925 Mir ist ganz sonderbar zumute. So ein schmerzhaft süßes Gefühl, weil ich jetzt nicht unten bin, obwohl er mich bat, zu kommen. Nun vermisst er mich vielleicht. So wie gestern Abend, als sie mit dem blonden, graziösen Mädchen beim Adventskranz tanzten. Und ich war nicht dabei, obwohl Lotte mich noch…
