Feuerrot

1–2 Minuten
Seite 144 Teil 2

Donnerstag, den 1. Juli 1926

„O, du sitzt da so, und ich sehe es an deinen Augen, du sehnst dich nach irgendwas“, sagt das Kind, als sie nach Tisch ihre Turnübungen machen soll.

Dann kommt sie, legt ihren Kopf in meinen Schoß und bittet: „Hab mich doch lieb, doch einmal lieb. Du bist so unbarmherzig.“

Aber das bin ich doch nicht, und da muss ich sie schon auf die Backen küssen.

Zu Fräulein Sprenger: „Darf ich gehen, nur nicht zu Schmidts.“

Ich lache, wenn ich an das Tischgespräch des Barons denke. Bines Hefte. Er meint, ich benutzte sie sicher als Tagebuch, Überschrift: „Meine Patine in Adelebsen.“

Natürlich wurde ich feuerrot, ärgerte mich über mich selbst, aber es half nichts.

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