

Sonnabend, den 3. Juli 1926
Das Zimmer habe ich mir voll Rosen geholt. Wie sie blühen und duften!
Heute vor acht Tagen. Wann mag er wiederkommen?
Nächsten Donnerstag bringt der Baron Bine und mich nach Schliestedt. Wieder getrennt. Vielleicht hat er bis dahin seine Rechenaufgabe gelöst.
Gestern sind Lere, der Junge und ich mit dem Abteilungsleiter H. zur Jagd gefahren. Lachend schwebten wir schon in der Angst, wie wir allein zurückkommen sollten. Dann setzte sie sich zu mir, und ich dirigierte die fromme Else glücklich über Schienen, an Lastautos und Heuwagen vorbei. Stolz fuhren wir auf den Hof. Von weitem winkte Leres Mutter.
Die Professoren sind noch da. Frau F. fragt mich, wann ich wiederkomme.
Und mit Lere bin ich mir viel näher gekommen. Margas Schwester interessiert sich für Kurt und hat ihn sicher zum Tischherrn haben wollen, erzählte Lere. Lachend saßen wir zusammen, plauderten, und Bine mag nicht ganz unrecht haben, wenn sie meint, wir möchten uns auch schon gern.
Heute Abend will ich hinunter.
Edam, der Gute, hat von unten gewunken. Erst erkannte ich ihn nicht. Da ging er weiter und drehte mir seinen breiten Rücken zu. Das sah so spaßig aus, daß ich pfeifen mußte.
Ob er wohl mal an mich denkt? Aber Lotte wird nach mir fragen.
Ein heißer Sommertag. Wie damals vor einem Jahr pflückten wir am Bach Vergissmeinnicht, gingen dann in den Fleckenswald, über verschlungene Pfade. Die Heckenrosen blühen.
Und ich habe ihn so lieb!


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