Autor: Helene Oltrogge
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Glück oder Tod
Sonnabend, den 10. April 1926 An Lotte geschrieben. Mir ist, als stünde nun mein Todesurteil oder mein Glück bevor. Erst jetzt wird sich zeigen, ob man mich dort wirklich lieb hat oder ob alles nur äußerlich war. Käthe und Hermann sind in der Stadt. Morgen kommt Marie, Montag Adolph und Thyra. Wenn ich nicht besser…
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Den Kram loswerden
Freitag, den 9. April 1926 Es regnet und in mein Herz wagt sich die Sonne nicht. Augenblicklich ist alles tot und traurig. An ihn will ich nicht denken, ehe ich nicht ganz gesund bin. Heute war ich beim Spezialarzt. Er sagte dasselbe wie Schröder. Wenn ich diesen Kram doch endlich los wäre. Hermann war gut…
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Nur für mich
Ostersonntag, 4. April 1926 Ostern – Auferstehen. Die ganze sonnenüberglühte Frühlingswelt jubelt. Und auch mein Herz jubelt. Nachts träume ich von ihm, und am Tage denke ich an ihn. Sogar in der Kirche. Ist das Unrecht? Ich fragte mich das, aber es kann kein Unrecht sein. Gott selbst hat ihn zu mir geführt. In seine…
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Geheimnis der Mauer
Karfreitag, den 2. April 1925 – Hannover Idel liest, Hermann ist tagsüber fort. Wir beide haben einen herrlichen Spaziergang gemacht: über den Friedhof, wo Drosseln und Buchfinken jubelten, wo alles leuchtete und die Sonne so warm schien, dass einem selbst im Wintermantel zu heiß wurde.Wir haben den Pilger von Dannemann besucht und später lange auf…
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Am Rand der Dinge
Dienstag, den 30. März 1926 Roland Mühlendahl fährt um 15:10 Uhr wieder ab. Wir haben heute nach der Schule und eben nach Tisch bei mir Mah-Jongg gespielt. Bine war selig. Sie sagte zu mir: „Du, ich hab so ein Gefühl. Ich möchte ihn heiraten. Wäre ich doch groß, dann könnte ich sagen, wir wollten uns…
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Ein Rätsel bleibt
Montag, den 29. März 1926 Der Tag fing furchtbar an. Der arme Hänsemaus ist tot. Die Katze hat ihn gefressen. Ich kann sie heute nicht streicheln. Bine ist mit Mädi in der Sonne. Mir ist nicht gut. Ich glaube, ich werde krank. Masern oder etwas anderes. Ich will zum Arzt. Gestern Nachmittag war Lotte oben.…
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Am Rand des Tages
Sonntag, den 28. März 1926 – Mittags Eben war ich unten. Alle Damen in Weiß. Man wollte spazieren gehen. Ich sollte mit, aber Bine hatte eine so schlechte Nacht, und da Mädi und ich ohnehin hin- und herliefen und es mir auch nicht recht gut ging, blieb ich hier. Nun soll ich abends kommen. Ich…
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Endlich Frühling!
Sonnabend, den 27. März 1926 War das ein Frühlingstag! Morgens bin ich ohne Hut und Mantel durch den Flecken zur Post gegangen. Dann durch die Gärten zum Freidhof. Den Lechtmar hinab, der Himmel blaute, die Lerchen jubelten, ich müsste singen und jauchzen: „Frühling!“ Setzt mich am Abhang hin, vor Freude kommen mir die Tränen.
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Lottes Geburtstag
Freitag, den 26. März 1926 Es ist halb zwei. Bine liegt mit Fieber im Bett. Sie ist schon wieder krank. Der Baron ist in furchtbarer Laune. Und gestern… Nein, was war das für ein Tag! Wenn ich jetzt daran zurückdenke, muss ich lachen: alles so komisch, herrlich schön, traurig und wieder schön. Wenn nur die…
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Ein Schritt zurück
Mittwoch, den 24. März 1926 Die Baronin ist abgereist. Als Bine schlief, bin ich hinuntergelaufen. Irene und Marga waren im Herrenzimmer. Ich sollte doch bleiben. Lotte käme sicher gleich vom Friedhof zurück. Dann sagten sie mir das, was Edam mir draußen auf dem Hof schon erzählt hatte: Die Dortmunder hätten abgesagt. Und er sei tief…
